Ausstellungen

LUTHER KOMMT NACH WÜRTTEMBERG - Berührungen, Wirkungen und Bilder

8. April - 10. Juni 2017 in der Schlosskirche Stuttgart,
Öffnungszeiten: Di - Sa, 14 - 18 Uhr (Karfreitag geschlossen)
Eröffnung mit Landesbischof Dr. h.c. July am Freitag 7. April 2017, 17 Uhr

„Luther kommt nach Württemberg“ heißt die Ausstellung, mit der die evangelische Landeskirche in Württemberg das 500. Reformationsjubiläum 2017 feiert.
Gleich vorneweg: Persönlich kam Martin Luther nie ins Land.  Seine reformatorischen Entdeckungen verbreiteten sich jedoch auch im Süden des Reiches sehr wirkungsvoll. Auf den Wegen neu entstandener Kommunikationsmittel wurde Luther bekannt und um seine Ideen sammelten sich interessierte Kreise. Schon früh wurden seine Schüler gehört, seine Schriften gelesen und auch seine kraftvollen und inhaltsreichen Lieder gesungen. Auf diese Weise kam Luther doch nach Württemberg.
Die Ausstellung geht diesen Spuren nach, zeigt Relikte der Berührungen und erzählt ihre Geschichten an einem besonderen Ort: Die Stuttgarter Schlosskirche war der erste neugebaute evangelische Kirchenraum in Württemberg.

Die Wirkungen sind folgenreich: Württemberg wird lutherisch, wenn auch in eigener Weise. Dieses Bewusstsein prägte Land und Leute, und besonders bei Jubiläen knüpfte man daran immer wieder an. Jede Zeit machte sich ihr eigenes Bild von Luther, gebrauchte und missbrauchte ihn, um Eigenes ins Licht zu rücken. Bilder spielen daher in der Ausstellung eine wesentliche Rolle – Bildnisse aus württembergischen Kirchen wie auch Vorstellungen, die wirken bis heute.

Begleitprogramm: Vorträge, Musik, Theater
Begleitbuch zur Ausstellung  8.- €

Führungen
für Gruppen (bis 20 Personen)nach Voranmeldung (50.- €) 

Ausstellungsteam
Andrea  Kittel M.A.
Pfarrer Dr. Wolfgang Schöllkopf
Evangelische Landeskirche in Württemberg / Landeskirchliches Archiv Stuttgart

Kontakt
E-Mail: Archivdontospamme@gowaway.elk-wue.de , 0711/2149-212

Webseite: www.lutherkommt-ausstellung.de

Reformation Erleben

Relief, ev. Stadtkirche Bietigheim-Bissingen © Stadtmuseum Hornmoldhaus Bietigheim-Bissingen Foto: Wolfgang Eisele, Steinheim

Sonderausstellung im Stadtmuseum Hornmoldhaus 30. April bis 5. November 2017

Das Stadtmuseum Hornmoldhaus in Bietigheim-Bissingen zeigt im Jubiläumsjahr, Spuren der Reformation vor Ort und in der Region. Anknüpfungspunkt für personale Dimensionen des Reformationsgeschehens vor Ort ist Sebastian Hornmold, der im Januar 1500 in Bietigheim zur Welt kam.

Es ist wenig nachvollziehbar, ob und wann der zur Zeit des Thesenanschlags 17-jährige Sebastian Hornmold über die 95 Thesen gegen den Ablasshandel etwas erfahren hat und wie er damals dazu stand. Von Sebastian Hornmold, der nach Tätigkeiten als Stadtschreiber und Vogt in Bietigheim unter Herzog Christoph seit 1553 als Kirchenratsdirektor mit wichtigen Fragen der Umsetzung der Reformation im Land betraut war, liegen aufschlussreiche Quellen vor. Diese berichten von seiner Arbeit, etwa den schwierigen Kontakten zu Ordensleuten in der Umgebung oder seinen Besuchen in anderen Klöstern des Landes. Die Begegnung mit diesen Originalen aus dem Landesarchiv Baden-Württemberg, Hauptstaatsarchiv Stuttgart, sowie wertvollen Bibelausgaben aus den Beständen der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart, dem landeskirchlichen Archiv Stuttgart und privaten Sammlungen öffnen ein authentisches »Fenster zur Reformation«.

Im Vergleich zu anderen Ausstellungen setzt die Präsentation im Hornmoldhaus darauf, dass die Besucher eingeladen sind, sich an interaktiven Stationen und bei der Nutzung von Medien und Spielen mit der ungeheuren Sprengkraft der neuen Entwicklungen des 16. Jahrhunderts auseinanderzusetzen, die sowohl Auswirkungen auf die Gesellschaft als auch auf den Einzelnen hatten.

Weitere Informationen und das umfangreiche Begleitprogramm entnehmen Sie diesem Flyer: Reformation erleben (PDF 520 KB)

Stadtmuseum Hornmoldhaus
Hauptstraße 57
74321 Bietigheim-Bissingen
Tel: 07142 74 352

„Daß sie dieses Evangelische Jubilaeum und Freuden-Fest auch Evangelisch feyren“

Instruktion für die württembergischen Kirchendiener zur Feier des Reformationsfests 1717. Stifts- und Dekanatsarchiv Herrenberg

Die Reformationsjubiläen in Herrenberg seit dem 17. Jahrhundert
Ausstellung im Stadtarchiv Herrenberg vom 04. Mai bis 30. Juni 2017

Mit Martin Luthers Thesenanschlag am 31. Oktober 1517 nahm die Reformation ihren Anfang. Das Gedenken an diese historische Zäsur am Beispiel Herrenbergs steht im Mittelpunkt der Ausstellung des Stadtarchivs. Vorgestellt werden die Reformationsjubiläen seit 1617. Zeitgenössische Exponate zeigen dabei auf, welche Ziele mit den Feiern verfolgt wurden und in welches politische wie gesellschaftliche Umfeld sie eingebettet waren.

Kontakt:
Stadtarchiv Herrenberg
Marienstraße 21
71083 Herrenberg
Tel.: 07032/954633-0
E-Mail: archivdontospamme@gowaway.herrenberg.de

Öffnungszeiten:
Mo bis Fr 8.30-12 Uhr sowie Mi u. Do 14-17 Uhr

Luthers Spuren geVOLKt

Sonderausstellung im Deutschen Bauernkriegsmuseum Böblingen
Einblicke in Luthers Leben, Denken und Wirken
Positionen zu seiner Person in 500 Jahren Reformationsgeschichte
26.02.2017 bis 16.06.2017

Zum Reformationsjubiläum zeigt das Bauernkriegsmuseum Böblingen knapp vier Monate lang die Sonderausstellung „Luthers Spuren geVOLKt“:
Die Ausstellung setzt sich auf 400qm Ausstellungsfläche mit dem Leben und Wirken des Reformators auseinander. Thematisiert werden dabei nicht nur längst bekannte Fakten, auch Kritik an Haltungen und Aussagen werden laut. Bereits zu seinen Lebzeiten hatte Luther viele Unterstützer – aber auch engagierte Gegner, selbst in Reihen derer, die wie er eine Reform der Kirche vorantrieben. Zu diesen zählte unter anderem der Thüringer Bauernunterstützer Thomas Müntzer, mit dem sich Luther in deftigen Wortgefechten heftig stritt.
Gezeigt werden Flugschriften und Texte aus der Lutherzeit im Original sowie viele Repliken, darunter eine Lutherbibel aus den Beständen des Bauernkriegsmuseums.
Besonders anschaulich und lebendig wird das Leben Martin Luthers durch eine Ausstellung in der Ausstellung präsentiert: Als Leihgabe des Städtischen Museums in Halberstadt konnte das Böblinger Bauernkriegsmuseum dankenswerterweise eine – in Baden-Württemberg bisher nicht gezeigte - große Tafelausstellung mit zahlreichen Zinnfiguren-Dioramen erhalten.

Hier finden Sie den Informationsflyer zu Ausstellung: Luther geVolkt (PDF 900 KB)

Kontakt:
Deutsches Bauernkriegsmuseum Böblingen
Museum Zehntscheuer
Pfarrgasse 2, 71032 Böblingen
Telefon 07031/6691705

Flucht vor der Reformation

Johann Albrecht Bengel, Erklärte Offenbarung Johannis, 1746, Württembergische Landesbibliothek Stuttgart

Täufer, Schwenckfelder und Pietisten zwischen dem deutschen Südwesten und dem östlichen Europa
Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg - 27.10.2016 – 8.6.2017

Anpassung, Ketzertod - oder Emigration? Seit Beginn der Reformation blieben nur diese Alternativen, wenn der eigene Glaube nicht mit der vorherrschenden Lehre konform ging. Religiöse Grundsätze bedingen Einstellungen zu Sozialordnung, Verständnis von Eigentum, Haltungen gegenüber Regierenden. Damit war (und ist noch heute) der Konflikt mit den Obrigkeiten vorprogrammiert. Zur Flucht aus Glaubensgründen wurden in Südwestdeutschland über die Jahrhunderte hinweg etliche Gruppierungen getrieben. Umgekehrt war das evangelische Württemberg sicherer Hafen und neue Heimat für verfolgte Flüchtlinge aus anderen Regionen.

Zeitgleich mit der Reformation verbreitete sich vor 500 Jahren eine revolutionäre Idee: Religion kann unterschiedlich ausgelegt und individuell praktiziert werden. Diese Forderung nach Freiheit stieß an ihre Grenzen, als der Glaube zur Staatsangelegenheit wurde. Erst in langen, kontroversen Aushandlungsprozessen entwickelten sich mehrheitlich anerkannte Konfessionen. Abweichler wurden ausgegrenzt, Querdenker ausgebremst. Die Ausstellung konzentriert sich auf drei Beispiele:

Radikale Revolutionäre: Die Täufer
Die wortgetreue, kompromisslose Umsetzung des Bibeltextes im täglichen Leben bildete für die südwestdeutschen Täufer den Kern ihres Glaubens. Sie stellten Grundpfeiler des damaligen Rechts- und Sozialsystems in Frage, sie wurden verfolgt und mit der Ketzer-Strafe bedroht. Es blieb die Flucht in das vergleichsweise sichere Mähren. Dort realisierten sie die Utopie von einer Gemeinschaft ohne Familienstruktur und ohne Privateigentum.

Der Meistgehasste: Caspar von Schwenckfeld
Caspar von Schwenckfeld machte sich quer durch alle Glaubensrichtungen Feinde. Nach dem endgültigen Bruch mit Martin Luther floh er aus seiner Heimat Schlesien und kam in den deutschen Südwesten. Hier förderten Angehörige des Adels und Bürger aus Städten wie Ulm und Augsburg den Flüchtling. Aber er blieb dennoch ein Getriebener. Das Beharren auf seinen Glaubensgrundsätzen ließ ihn niemals wirklich heimisch werden.

Eigensinn statt Staatskirche: Die Pietisten
Rund 300 Jahre nach Reformationsbeginn wandten sich württembergische Pietisten von der Staatskirche ab. Sie boykottierten deren offizielle Angebote und schufen sich eigene, spirituellere und privatere Glaubenspraktiken. Damit gerieten sie ins Visier behördlicher Überwachung. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts entschlossen sich circa 5.000 Pietisten zur Auswanderung in den Kaukasus. In der Nähe des biblischen Ortes Ararat wollten sie ohne staatliche oder kirchliche Bevormundung leben.

Eine Ausstellung unter der Schirmherrschaft des Innenministers des Landes Baden-Württemberg

Ausstellungsort: Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg, Schlossstraße 92, 70176 Stuttgart

Bei Interesse an einer Führung kontaktieren Sie bitte:
Carsten Eichenberger
carsten.eichenbergerdontospamme@gowaway.hdh.bwl.de
0711/6 69 51 19


Öffnungszeiten: Mo, Di, Do 9.00 bis 15.30 Uhr
Mi 9.00 bis 18.00 Uhr
Fr nach Vereinbarung
an gesetzlichen Feiertagen geschlossen

DER LUTHEREFFEKT

500 Jahre Protestantismus in der Welt

12. April bis 5. November 2017

Eine Ausstellung des Deutschen Historischen Museums im Martin-Gropius-Bau, Berlin

Erstmals zeigt das Deutsche Historische Museum mit der Nationalen Sonderausstellung zum Reformationsjubiläum 2017 "Der Luthereffekt. 500 Jahre Protestantismus in der Welt" die globale Vielfalt und Wirkungsgeschichte, aber auch die Konfliktpotenziale des Protestantismus zwischen den Kulturen. Welche Spuren hinterließ der Protestantismus in anderen Konfessionen, Religionen und Lebensentwürfen? Wie veränderte er sich selbst durch diese Begegnungen - und nicht zuletzt: Wie haben sich Menschen die evangelische Lehre angeeignet, sie geformt und gelebt? Sie erzählt eine weltumspannende Geschichte von Wirkung und Wechselwirkung, die um 1500 einsetzt und bis in die Gegenwart reicht, exemplarisch dargestellt an Europa und Deutschland, Schweden, Nordamerika, Korea und Tansania.

Das Deutsche Historische Museum präsentiert die Ausstellung im Martin-Gropius-Bau auf ca. 3.000 qm und trägt hierfür herausragende Exponate von nationalen und internationalen Leihgebern zusammen, die vielfach noch nie in Deutschland zu sehen waren. Umfangreiche Vermittlungsangebote sowie ein attraktives Rahmenprogramm ergänzen die Ausstellung. Begleitend erscheint ein reich illustrierter Katalog.

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LUTHER! 95 SCHÄTZE - 95 MENSCHEN

13. Mai bis 5. November 2017

Eine Ausstellung der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt, Lutherhaus/Augusteum, Lutherstadt Wittenberg Zum 500.

Reformationsjubiläum präsentiert die Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt in Wittenberg die Nationale Sonderausstellung "Luther! 95 Schätze - 95 Menschen" im Collegium Augusteum, dem Vordergebäude des Lutherhauses. Auf einer Fläche von etwa 1.200 Quadratmetern werden Leihgaben aus nationalen und internationalen Sammlungen präsentiert. Zu den Exponaten zählen persönliche Gegenstände Martin Luthers ebenso wie Objekte aus der Wirkungsgeschichte der Reformation.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht das zentrale Ereignis des Jubiläums, Luthers Thesenanschlag. Der erste Teil - "95 Schätze" - illustriert anhand außergewöhnlicher Exponate, die aus dem Umfeld des jungen Luther stammen, dessen Weg hin zum Reformator. Was war das für ein Mensch, der die Reformation in Gang brachte? Was hat den jungen Mönch angetrieben? Der zweite Teil der Ausstellung stellt "95 Menschen" mit ihren jeweiligen sehr persönlichen Beziehungen zum Reformator und seinem Werk vor. Die Auswahl der Personen ist auf keine Epoche begrenzt, sie stammen nicht nur aus Deutschland, sondern aus der ganzen Welt. Es werden Persönlichkeiten vom 16. bis zum 21. Jahrhundert vorgestellt: Revolutionäre, Aufklärer, Schriftsteller, Künstler, Philosophen. So begegnet der Besucher etwa Menschen wie Astrid Lindgren, Johann Wolfgang von Goethe, Edward Munch oder Steve Jobs.

Eine Mitmach-Ausstellung für Kinder und Jugendliche sowie ein abwechslungsreiches Begleitprogramm ergänzen die Schau.

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LUTHER UND DIE DEUTSCHEN

4. Mai bis 5. November 2017

Eine Ausstellung der Wartburg-Stiftung auf der Wartburg, Eisenach

Mit jährlich 350.000 Besuchern ist die Wartburg in Eisenach heute die meistbesuchte Lutherstätte weltweit. Ein knappes Jahr lang schützten ihre dicken Mauern den Reformator Martin Luther, als er nach dem Wormser Reichstag (1521), geächtet und unter Kirchenbann stehend, das Neue Testament ins Deutsche übertrug. Damit legte er das Fundament für eine einheitliche deutsche Schriftsprache. Die Lutherstube - authentischer Wohn- und Arbeitsraum des Reformators auf der Burg - ist seit Jahrhunderten Ziel unzähliger Pilger aus der ganzen Welt.

Die Wartburg ist also der perfekte Schauplatz für die Nationale Sonderausstellung "Luther und die Deutschen", die anlässlich des 500. Reformationsjubiläums 2017 stattfindet, die den Reformator Martin Luther als nationale deutsche Symbol- und Projektionsfigur beleuchtet und dabei zeigt, wie jede historische Epoche ihr ganz eigenes Lutherbild prägte. Prägnante reformatorische Leitmotive werden im Kontext von 500 Jahren deutscher Geschichte vorgestellt und dabei von Luthers Sicht her ein Bogen bis zur Gegenwart geschlagen. Die Ausstellung widmet sich dabei drei großen Themenbereichen: Während im ersten Teil die Lutherstätte Wartburg als deutscher Erinnerungsort im Mittelpunkt steht, zeigt der zweite die kultur- und geistesgeschichtlichen Folgen von Luthers protestantischer Lehre auf. Die politische Instrumentalisierung der Reformation ist Gegenstand des dritten Ausstellungsteils.

Auf einer Gesamtfläche von mehr als 1.000 Quadratmetern werden circa 300 eindrucksvolle Exponate - Gemälde, Druckwerke, Skulpturen, Grafik und Alltagsgegenstände - aus den Beständen der Wartburg-Stiftung sowie von nationalen und internationalen Leihgebern präsentiert.

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Freiheit – Wahrheit – Evangelium

Ausschnitt aus dem Mömpelgarder Altar um 1540, KHM-Museumsverband

Reformation in Württemberg

Ausstellung des Landesarchivs Baden-Württemberg

Stuttgart: 13.09.2017 - 19.01.2018

Kunstgebäude Stuttgart

Schlossplatz 2

70173 Stuttgart

Öffnungszeiten: Di, Do-So: 11-18 Uhr und Mi: 11-20 Uhr

 

Kloster Maulbronn: 14.09.2017 - 19.01.2018

Kloster Bebenhausen: 15.09.2017 - 19.01.2018

Kloster Alpirsbach: 16.09.2017 - 19.01.2018

 

2017 wird deutschlandweit das "Reformationsjubiläum" gefeiert und damit die Veröffentlichung der 95 Thesen durch Martin Luther 1517 als Beginn eines umfassenden religiösen, gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Umbruchs gewürdigt. Das Herzogtum Württemberg gehörte zu den ersten protestantischen Territorien des Heiligen Röm-ischen Reiches. Nachdem Herzog Ulrich 1534, nach 15-jährigem Exil, sein Land wiedergewann, führte er in seinem Territorium die Reformation ein. Doch bereits zuvor war der Streit um die Reformation im Herzogtum virulent. Die Ausstellung des Hauptstaatsarchivs Stuttgart widmet sich dieser Frühzeit der Reformation im Herzogtum Württemberg. Wie kamen reformatorische Gedanken nach Württemberg, wie wurden sie von der Bevölkerung aufgenommen und welche Veränderungen fanden im Zuge der Einführung der Reformation in Württemberg statt? Dabei soll vor allem das Streben der Zeitgenossen nach geistlicher und sozialer Freiheit thematisiert werden, aber auch der Streit um die evangelische Wahrheit, der sich vornehmlich im neuen Medium des Buchdrucks sowie in Kunst und Musik entlud. Das Evangelium wurde neu gedeutet, was schließlich Veränderungen im kirchlich-kulturellen, aber auch im politischen und pädagogischen Bereich mit sich brachte, welche in der Ausstellung aufgezeigt werden sollen. Durch die Kooperation des Landesarchivs mit den Staatlichen Schlössern und Gärten Baden-Württemberg werden parallel zur zentralen Ausstellung in Stuttgart auch in den Klöstern Alpirsbach, Bebenhausen und Maulbronn Präsentationen gezeigt. Die in der Reformationszeit säkularisierten Klöster bieten als herausragende "Reformationsorte" den authentischen Rahmen zur Darstellung der Ereignisse vor Ort und zeigen exemplarisch für die württembergischen Klöster die Veränderungen in der religiösen Landschaft. Originale Schrift- und Bildzeugnisse, künstlerische Artefakte und dreidimensionale Objekte können durch die Kooperation mit zahlreichen Partnern, aber auch aus dem spektakulären Bestand des Landesarchivs selbst gezeigt werden. Durch die Unterstützung der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart wird die Ausstellung multimedial gestaltet, mit virtuellen Präsentationen, Hörstationen und interaktiven Programmen.

Weitere Informationen auf: www.reformation-in-württemberg.de

 

 

Bildquellen:
Luther kommt: Landeskirchliches Archiv Stuttgart
Thesenanschlag Ausstellung Deutsches Bauernkriegsmuseum: A. und I. Müller für Stadtmuseum, Halberstadt
Lucas Cranach d. Ä., Kleiner Flügelaltar mit der Auferstehung Christi (Mitteltafel), der Hl. Barbara (l. Flügel, Innenseite) und der Hl. Katharina (r. Flügel, Innenseite), Anfang des 16. Jh.
Der Luthereffekt, Luther! 95 Schätze - 95 Menschen, Luther und die Deutschen: Staatl. Geschäftsstelle Luther 2017
"Piestisten", Johann Albrecht Bengel, Erklärte Offenbarung Johannis, 1746, Württembergische Landesbibliothek Stuttgart